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Aktuelles

immer im forumtheaterblog.wordpress.com

in Treuchtlingen: wochenzeitung.de/krah_forumtheater_suedtirol_gastiert_in_treuchtlingen

in München: Di 4.12.2018 ab 18h im Selbsthilfezentrum Westendstr. 68 www.shz-muenchen.de und fairmuenchen.de/was-muenchen-bewegt-di-4-dez-um-18-uhr-menschenrechte-im-theater

forumtheaterblog.wordpress.com/2005/12/30/theater_im_dialog_heiter_aufmupfig_und_d428136

Neues Buch

Ein neues Buch in den „Berliner Schriften zum Theater der Unterdrückten“ "Theater der Unterdrückten als Mosaikstück gesellschaftlichen Wandels"

Mein Beitrag: „Der Traum vom anderen Leben - Fragmente aus meinem theaterpädagogischen Leben“

Nach dem Workshop war der Zusammenhalt in der Klasse so toll, dass es wieder Spaß gemacht hat, zur Schule zu gehen. Ich konnte dann auch besser lernen. Tanas, 15 Jahre alt, nach einem dreitägigen Theaterprojekt mit dem Forumtheater inszene an einer Kölner Schule

Dieser Sammelband gibt einen Einblick in verschiedene Theaterprojekte, in denen mit den Methoden des Theaters der Unterdrückten gearbeitet wird.

Die hier versammelten Praktiker*innen zeigen ihre individuellen Wege mit dem Theater der Unterdrückten und wie weitere Theaterrichtungen von Clownerie oder Improvisationstheater über Theater zum Leben und Applied Action Theater bis hin zur Theatertherapie ihre künstlerische und kreative Arbeit bereichern.

Deutlich wird dabei die Relevanz des Ansatzes Augusto Boals für die gesellschaftspolitischen Themen, die unsere Zeit wie keine anderen prägen: Ob soziale Ungleichheitserfahrungen, der individuelle und gesellschaftliche Anteil am Klimawandel oder Debatten rund um Asyl und Menschenrechte – die hier vorgestellten Projekte legen dazu nicht nur wichtige Fragen frei, sondern zeigen exemplarisch, wie die Methoden aus dem Theater der Unterdrückten aktives politisches Hinterfragen und Handeln von Subjekten stärken.

Vervollständigt wird der Sammelband durch einen Praxisteil mit den Lieblingsübungen der Autor*innen als Anregung für die eigene theaterpädagogische Praxis. Mit Beiträgen von Stephan Antczack, Sophia-Marie Bömer, Jens Clausen, Birgit Fritz, harald-hahn, Sanjay Kumar, Fritz Letsch, Özge Tomruk, Friderike Wilckens-von Hein

Rezension zu "Theater der Unterdrückten als Mosaikstück gesellschaftlichen Wandels" https://reflay.com/2018/11/04/zur-vitalitaet-von-augusto-boals-erbe-im-aktuellen-diskurs-der-theaterpaedagogik

Der Traum vom anderen Leben

Aufgewachsen in der allmählich emanzipatorischen kirchlichen Jugendarbeit einer Kleinstadt, in der Schule herrschte noch Postfaschismus, bin ich nach Maschinenbau und Gemeindepädagogik in der Theaterwelt gelandet: Zwischen Kammerspielen (damals noch mit Therese Giese) und Schauspielschule, zwischen allerlei Workshops und neuen Theaterfestivals, die München und Berlin damals, 1981 zu bieten hatten.

Augusto Boal und seine Arbeit kennen zu lernen ermutigte mich, meine kirchliche Anstellung zu kündigen und den noch nicht richtig existenten Beruf des Theaterpädagogen zu starten, der Traum, die Bewusstseinsbildung von Paulo Freire, die wir im Studium kennengelernt hatten, nun in der Jugendarbeit auch freiberuflich einzubringen. Evangelische Akademie und Gewerkschaften folgten, Lehrerfortbildungen und Festivals auch der Landjugend ...

Das Träumen in Gruppen zu üben lernte ich auch in der Gewaltfreien Aktion in der Friedensbewegung, in Zukunftswerkstätten nach und mit Robert Jungk, in Blockade-Camps und mit Gruppen aller Art, in gemeinschaftlichen Projekten und im Aufbau alternativer Bildungsarbeit, bis die geistig-moralische Wende von der Hartz4-Politik vollendet wurde und die Angst sich wieder ausbreitete.

in [https://www.ibidem.eu/de/theater-der-unterdrueckten-als-mosaikstueck-gesellschaftlichen-wandels.html Harald Hahn: Theater der Unterdrückten als Mosaikstück gesellschaftlichen Wandels - Einblicke, Ansichten und Projekte]

früheres

Forumtheater ist die zentrale Methode im Theater der Unterdrückten von Augusto Boal

Simone Odierna/Fritz Letsch: Theater macht Politik. Forumtheater nach Augusto Boal. Ein Werkstattbuch im AG SPAK Verlag Forumtheater: www.fritz-letsch.eineweltnetz.org

Regelmäßig geraten wir in ein Dilemma, und kaum sind wir wieder draußen, könnten wir es wiederholen.

Bert Brecht suchte mit Freunden und KollegInnen nach neuen Ausdrucksformen der Aufklärung für das Theater und nach gemeinschaftlichen Arbeitsformen darin, wie mit Erwin Piscator, der auch neue Theater-Bauten dafür entwarf, und im Exil in New York die Theaterpädagogik dazu entwickelte, wie sie uns Judith Malina berichtete und im Living Theatre lebte, bis heute weiter gespielt und gelebt.

Augusto Boal fand seine Theater-Methoden im Dialog der brasilianischen Volkstheater-Tradition mit der befreienden Pädagogik von Paulo Freire, im Kampf gegen Militärdiktaturen und im Aufbau demokratischer Strukturen in den Arbeiter-Bewegungen. Zuletzt schrieb er noch eine "Ästhetik der Unterdrückten" gegen die Orientierungslosigkeit in der modernen Warenwelt.

Forumtheater kann die Anliegen und Problemstellungen einer Gruppe in der Öffentlichkeit präsentieren und diskutieren, um bis zum Legislativen Theater auch Gesetzesänderungen zu erreichen.

Augusto Boal entwickelte vor dem Hintergrund der Arbeiten von Bert Brecht und Erwin Piscator und der befreienden Pädagogik von Paulo Freire in Brasilien neue Methoden kommunikativer Theaterarbeit, die in seinem Exil in den 1980er nach Europa und sich dann in der Bildungsarbeit weltweit verbreiteten.

Beim Zitieren / Verlinken bitte darauf achten, alle Texte unterliegen den common rights, keine kommerzielle / wirtschaftliche Verwertung zulässig.

Augusto Boal in der Reihe der Visionäre Titelbild der griechische Ausgabe des Theater der Unterdrückten, in Thessaloniki erschienen ..

Die Documenta 2017 soll im April in Griechenland und im Juni in Kassel eröffnet werden. Die Vorbereitungen klingen spannend: Für die Documenta 14 im Jahr 2017 gibt es eine Reihe von Visionären, die in die Interaktion des Publikums gebracht werden sollen. In der Schweiz wird schon dazu berichtet, hat wer was in Deutschland dazu gelesen? stolpernd-und-irrend

…. am Ende des Artikels, der auch den polnisch-stämmigen Kurator Adam Szymczyks etwas portraitiert: …

  Und hier noch eine kleine Liste mit Namen der Cicerones, also der Figuren, die uns durch diese Documenta führen werden. Wie sagte es Szymczyk so schön? «These and other figures help us to navigate the darkness and complexity of experience we are immersed in as we move on, stumbling and erring.» (Diese Figuren helfen uns, die komplexe Dunkelheit unserer Erfahrung zu durchqueren, wenn wir uns, stolpernd und irrend, vorwärtsbewegen …)

Szymczyks Visionäre: (obere Reihe von l.) Schweizer Architekt Lucius Burckhardt, griechischer Komponist Jani Christou, deutscher Schriftsteller Viktor Klemperer, (untere Reihe von links) brasilianischer Theatermacher Augusto Boal, mexikanischer Dichter Ulises Carrion, polnischer Architekt Oskar Hansen

Erstaunlich, dass die deutsche Presse bisher anscheinend dazu schweigt, und ich fürchte, dass als nächstes die dümmlichen Bemerkungen zu Griechenland kommen, denn die Banken-Rettung und die Co-Finanzierung der Militär-Ausstattung wurde hierzulande als „Zuschuss“ verkauft, und dass es eine lebendige Kunst-Szene dort gibt, passt leider nicht in unsere hiesige Retter-Rolle. Die Reihe der Visionäre kann sehr spannend werden … und uns etwas weiter denken lassen, als das derzeitige Rückwärts.

Der Völkerbund und die Grundlagen der Menschenrechte machen mir Hoffnung! Augusto wäre absolut glücklich darüber, wie auch über die griechische Übersetzung seines Buches, denn „die Griechen“ wie Aischylos waren auch seine Unterstützer im Kampf gegen die Militärdiktatur in Brasilien: „Bringen Sie mir diesen Aischylos, dann bringen wir ihm bei, was in Brasilien geschrieben werden kann!“ sagte man ihm in der Zensurbehörde …

Forumtheater als angewandte Methode ist schnell erlernbar, und kann in der Erprobung schon richtig Spaß machen. Das beweisen uns die Studierenden der Hochschule für angewandte Sozialwissenschaften an einem Nachmittag in den Räumen der Studierendengemeinde

Erste Gruppe mit dem Thema: Vorurteile

  Begrüßung
  Einstieg: wilde Mutmaßungen
  Aufwärmen
  Handfolgen
  Statuen bauen Stauen begegnen sich
  Szene bauen
  Szenen vorführen
  Reflexionsgespräch: Schatztruhe: Was nehmt ihr mit; Fluss: Was werft ihr in den Fluss des Vergessens?

Zweite Gruppe 1. Angstsituationen im Alltag (Prüfungsangst / Nacht …) 2. Wut / Ärger

Der Ablauf ist entsprechend der ersten Gruppe, vielleicht kommen noch Proben-Techniken zur Zuspitzung der Szenen für ein Publikum dazu, Bei Interesse könnte auch eine weitere Veranstaltung für eine Gruppe veranstaltet werden, zum Beispiel in der Arbeit mit **Helfer-Kreisen und Geflüchteten**, zu Kulturformen und zum Sprachverständnis … http://www.asylhelfer.bayern

arbeitserzaehlung

Ob Szenen für den Münchner Tag der Menschenrechte entstehen, werden wir dann sehen ... www.tagdermenschenrechte.org Das Konzept steht auf dem www.forumtheaterblog.wordpress.com

Ein Erfolgsbericht:

       Forumtheater**: "Fremd ist der Fremde nur in der Fremde" 

KATSDORF/RIED IN DER RIEDMARK. Eine Theaterinitiative gemeinsam mit Asylwerbern hat kürzlich ein spannendes Projekt mit dem Titel "Fremd ist ...

Katsdorfer Theaterlabor präsentierte spannendes Theaterprojekt

Seit Mitte April beschäftigte sich das Theaterlabor Katsdorf mit einigen Gleichgesinnten aus der Nachbargemeinde Ried mit Fragen wie: "Was muss geschehen, dass wir Fremdheit und Vorurteile hinter uns lassen, stattdessen dem gegenseitigen Vertrauen und dem freundschaftlichen Miteinander eine Chance geben?" Das Ergebnis war die Theaterinszenierung "Fremd ist der Fremde nur in der Fremde" nach der Methode "Forumtheater".

Einige Knast-Theater- Erfahrungen sind ja schon im Buch “Theater macht Politik” beschrieben, aber die Einrichtungen brauchen ja etwas Zeit, die Erfolge zu verifizieren und Finanzierungen zu beantragen.

Die Pioniere feiern mit Zukunftsmusik:

www.knastkultur.de/projekte/theater/zukunftsmusik

Jugendliche und junge Erwachsene aus der Jugendanstalt Raßnitz und der Justizvollzugsanstalt Herford setzen sich mit der Zeit auseinander, die unweigerlich auf sie zukommen wird: ihrer Zukunft. Was sind ihre Wünsche und Träume für die Zeit nach der Entlassung? Wie wollen sie leben? Welche möglichen Hindernisse oder Schwierigkeiten können ihnen begegnen, wenn sie endlich “draußen” sind – und wie können diese überwunden werden? **weiterlesen:**

Zwei hervorragende Beschreibungen von Forumtheater in politischer Bildung und Schule: Bundeszentrale für politische Bildung

Schultheater Dresden

Forschungsreihe: Forumtheater mit Vertriebenen zu Fluchtursachen

Im Oktober und November biete ich für interessierte Gruppen einige Theater-LustProjekte von einem halben Tag bis zu eineinhalb Tagen an, sich zu die Fluchtursachen der derzeitigen Vertriebenen auszutauschen, sehr gerne in allen Sprachen und mit Beteiligung aller Leute, die ihr begleitet und einladen mögt.

Im November gibt es zum Teil offen zugängliche Projekte mit Studierenden in München und Regensburg. Methoden: Statuen und Bilderszenen bauen und Veränderungspunkte identifizieren

"Reine Handarbeit" kann es sein, aus Menschen eine Szene "unter Druck" zu bauen und als Kommunikations-Grundlage vorzustellen

Themen der Teilnehmenden in Gruppen weiter analysieren und verdichten

Für das tiefere Verstehen brauchen wir Anhaltspunkte für die Hintergründe: Was wird wichtig? Theater-Übungen Szenen zur Verständigung nach außen

Ein öffentliches Publikum kann den Abschluss der gemeinsamen Arbeit bilden:

Mit wem wollen wir uns austauschen? Mehr zur Ausgangslage: Entwicklungsländer sind die Länder, in die unsere ruhmreiche Bundesrepublik Entwicklungshilfe zur Polizeiausbildung einsetzt, um die Absatzmärkte für subventionierte Lebensmittel aus der EU gegen die einheimische Produktion zu sichern.

Die bisherigen örtlichen Produzenten sind nun eingeladen, die Arbeit zu niedrigeren Löhnen bei Preisen in unseren Billiglohnländern fortzusetzen. befreiungsbewegung.fairmuenchen.de

Lea Lublin (1929-1999): Kunst dem Publikum öffnen: Entwurf für Forumtheater-Szenen mit Jugendlichen auch MigrantInnen, zur möglichen Erstellung eines gemeinsamen Tunnels zur Sammlung ihrer Erlebnisse und Erfahrungen, in der Art und Tradition der Arbeit von Lea Lublin, mit abschliessender Befragung der Besuchenden, zur Berufsorientierung, Kunstverständnis, Dialogformen, politische Kunst

weitere Vorbereitungs-Gedanken auf ??

Hamlet und der Sohn des Bäckers: Die Autobiografie von Augusto Boal, Entwickler des Forumtheater

... auf Seite 93 erwähnt er die bukolische Hauptstrasse von Gauting: Meint er das Hotel zum Bären, in dem er immer mal wohnte, wenn er im Institut für Jugendarbeit des Bayrischen Jugendring arbeitete: verträumt, pittoresk, romantisch ...ist dort eher das Innere des Hotels, aber Gauting?

So bringt er, mitten in anderen erzählten Geschichten wie von skurrilen Deutschen in seiner Jugend seine Erinnerungen zur Sprache, Jugenderinnerungen, die immer an den magischen Realismus der "100 Jahre Einsamkeit" erinnern, ohne magisch zu sein: Sein logisch-unlogischer Weg zum Theater erinnert an viele brasilianische Theater-Machende jener frühen Zeiten,

... aber jetzt muss ich weiter lesen ... inzwischen andere Meinungen:

www.mottingers-meinung.at/tag/baeckers

Mandelbaum Verlag: Augusto Boal, Hamlet und der Sohn des Bäckers, Die Autobiografie. 376 Seiten. Übersetzt von Birgit Fritz und Elvira M. Gross. Herausgegeben von Birgit Fritz.

www.kritikundutopie.net

Interview mit Augusto Boal: www.youtube.com/watch?v=y5cYAz6n4Ag

Kapitel 10: Seine Zeit in New York, 1954 und '55 an der Columbia University, zwischen damals so unbekannten Schauspielern wie James Dean, mit Jobs im Hotel und Freundin ...und seiner ersten Inszenierung, ausgezeichnet als Autor ...

Forumtheater und Demokratie in Indien - Katrin Aiterwegmair

Jana Sanskriti in Indien ist die weltweit größte „Theater der Unterdrückten“- Bewegung neben Brasilien, der Geburtsstätte dieser Theaterform. www.pfz.at/article1223.htm

was das Forumtheater in der Community-Bildung kann

Forumtheater ist die wichtigste Methode des Theater der Unterdrückten nach Augusto Boal.

Auch bei Wikipedia gibt es Zusammenstellungen: Forumtheater Theater der Unterdrückten Augusto Boal Aktuelle Workshops und Konzepte: forumtheaterblog.wordpress.com per twitter @forumtheater

Augusto Boal und die Ästhetik der Unterdrückten

"Die Gesellschaft verändert man über Worte, Bilder und Töne - die drei Formen, die auch die Unterdrücker verwenden", sagte der Dramaturg Augusto Boal. Wie wir gegen die Enteignung der Medien und die Verwirrung der Zeichen in der Vielfalt vorgehen können, hat er in seinem letzten Buch geschrieben, das noch nicht in deutsch vorbereitet ist. In etlichen internationalen Treffen hat uns Augusto seine Ideen vermittelt. Kleine Ansätze sind in jedem Workshop enthalten ... und kleine Anfänge hier.

Die Powerpoint-Projektion Auf dem Weg zum Legislativen Theater: www.slideshare.net/FritzLetsch/legislativ2

Die Unterdrückten auf der Bühne des Lebens

Die größte Übereinstimmung zwischen Paulo Freire und Augusto Boal ist weder der ihres Todestages, noch die politische Geschichte, die die beiden gemeinsam haben und die sie gefährlich machte für die Militärdiktatur, die beide des Landes für Jahre aus dem Lande gewiesen hatte.Was diese beiden bemerkenswerten Brasilianer zusammenbringt, die sind auch nicht die unzähligen Preise, die sie für ihre geistige Tätigkeit erhielten, noch die Nobelpreis-Nominierung.

Die größte Ähnlichkeit zwischen Freire und Boal liegt in der tiefen gemeinsamen Überzeugung, für die sie ihr ganzes Leben kämpften: Die Sache der Unterdrückten. Auf den Tag genau 12 Jahre nach Paulo Freires Tod (2. Mai) verließ uns Augusto Boal. Und, nach dem Beispiel unseres größten Erziehers, hinterließ uns der Gründer des Theater der Unterdrückten ebenfalls ein Erbe der Hoffnung. Seine Kunst war nie eine bloße Allegorie des Lebens oder eine Bedeutung in sich. Für Boal ist die Ästhetik der Unterdrückten in erster Linie ein Werkzeug für soziale Intervention.

In einer seiner letzten öffentlichen Reden, im März 2009, als er den Titel als UNESCO-Botschafter für Theater erhalten hat, sagte Boal, dass "Bürger nicht diejenigen sind, die in der Gesellschaft leben, sondern jene, die sie transformieren". Er sagte auch, "wir haben die Pflicht, eine andere Welt zu erfinden, weil wir wissen, dass eine andere Welt möglich ist". http://www.youtube.com/user/nemashim#p/a/u/2/j36-xF_KAgA

Auch für die in der Nähe zu ihm und vor allem in einem solchen schmerzhaften Moment, über Boals Biographie zu reflektieren, ist immer noch das Leben zu feiern. Es ist darauf zu bestehen, auf dem Pfad des Wandels vom Ausgangspunkt der und mit den Unterdrückten zu arbeiten. Boal war sicher einer dieser unerlässlichen Männer, von denen Brecht sprach.


Die Tatsache, dass er mit der Arbeit in Ländern aller Kontinente so viele Theater-Gruppen in der ganzen Welt beeinflusste, sind der soziale Beweis dafür, dass seine Kunst zutiefst menschlich und daher revolutionär ist. Den Verwandten, Freunden und Bewunderern von Augusto Boal wollen wir unser Beileid ausdrücken und die Gewissheit, dass seine Anwesenheit für immer in der Erinnerung als auch in der sozialen Praxis sein wird, die von seinem Leben inspiriert ist. Visionstheater als Entwicklung in Betrieben und Einrichtungen:

  VisionsTheater® Workshop: Theatermethoden in der Organisationsentwicklung in der www.hozofactory.de München Schwabing

Opfer-Täter-Schema, raus aus der Opferrolle: Etliche Hintergründe in Sozialwissenschaft und zu Paulo Freire sowie akademie

Workshop beim OE-Tag in Berlin am 25.5.12 - Fortsetzungen März 2013 und ein neuer Grundlagen-Text


Paulo Freire Institut Jason Mafra UNIFREIRE www.paulofreire.org

Boals Botschaft zum Welttheatertag 2009

http://www.spectact.at/files/media/Botschaft_zum_Welttheatertag_2009.pdf


Aktuelles landet im forumtheaterblog.wordpress.com, weiteres in allen Sprachen fand man auf www.theatreoftheoppressed.org

Das Forumtheater ist die zentrale Methode im Theater der Unterdrückten, entwickelt von Augusto Boal, Rio de Janeiro.

Es stellt dem Publikum eine Szene vor, die schlecht und unbefriedigend endet.

Ein Joker ermutigt das Publikum, diese Szenen im Dialog zu einem besseren Ende zu bringen.

Auf diesen Seiten sammle ich Beiträge für einen schnellen Überblick, die gelegentlich durch aktuelle Recherchen ergänzt werden.

Im Forumtheater werden vor allem durch zugespitzte "Modellszenen" Fragen aufgeworfen.

Die Modelle werden meist in offenen Workshops aus den generativen Themen der Teilnehmenden entwickelt.

Die Arbeit am Dilemma ist eine Spezialität der niederländischen KollegEn,

die auch auf englischen Seiten ihre Workshops anbieten. Auf der internationalen Seite des ITO zu finden: http://www.theatreoftheoppressed.org

Lernende-Organisation

Mit dem Forumtheater kann jede Problemstellung der Teilnehmenden - von diesen ausgesprochen und ins Bild gebracht - von ihnen selbst durch das Spiel der anderen distanziert - durch das identifizierende Handeln des Publikums verändert werden.


Pädagogischer Hintergrund ist dazu die befreiende Pädagogik oder Pädagogik der Unterdrückten nach Paulo Freire

Ausführliche Darstellung mit Beispielen in Bewusstseinsbildung und zB auf http://de.groups.yahoo.com/group/boal-in-der-schule/message/13?l=1 - wie auch bei Kollegen schön beschrieben: Dominik Werner, Harald Hahn, Kurt Raster und

www.mensch-theater.de sowie bei den österreichischen KollegInnen

Dies sind nur meine persönlichen Arbeits-Ausschnitte, die internationalen Quellen und Literaturen sind weitaus reichhaltiger: http://www.theatreoftheoppressed.org [PDF]

Das Theater der Unterdrückten – Wurzeln, Auswüchse und neue Triebe - gab's im Newsletter von www.spectact.at

Literatur

auf dem Weg zu einer breiteren Liste ...

Theater im Dialog: heiter, aufmüpfig und demokratisch.

Deutsche und europäische Anwendungen des Theaters der Unterdrückten. Mit einem Beitrag von Augusto Boal - von Helmut Wiegand Gebunden, ibidem Verlag, ISBN-10: 3898213331, ISBN-13: 9783898213332

Das Theater der Unterdrückten erlebt in Deutschland eine Renaissance, nachdem es jahrelang in sozialpädagogischen Nischen verschwand.

Das emanzipatorische Theater der Unterdrückten, das in sich Kunst, Selbsterfahrung und politisches soziales Probehandeln vereinigt, will Menschen durch die Übereignung theatraler Mittel zu Hauptdarstellern ihres eigenen Lebens machen.

Der Sammelband bietet den Leser/innen Beispiele der Umsetzung dieser ursprünglich lateinamerikanischen Theatermethode im deutschen und europäischen Kontext. Es zeigt die Vielfalt der Methode und ihre vielseitige Einsetzbarkeit in unterschiedlichen Zielgruppen. Mehrere Beiträge aus anderen europäischen Ländern zeigen, wie verbreitet die Methode ist und wie gut vernetzt Praktiker/innen in einigen anderen europäischen Ländern derzeit mit ihr arbeiten.

Es finden sich u.a. Beiträge von Augusto Boal, Begründer des Theaters der Unterdrückten, Dr. Michael Wrentschur (Österreich), Dr. Roberto Mazzini (Italien), Prof. Dr. Dietlind Gipser (Hannover), Roland Matthijssen (Niederlande), Fritz Letsch (München), Dr. Helmut Wiegand, Dr. Jürgen Weintz, Till Baumann, Harald Hahn, Katharina Lammers, Katrin Wolf sowie den Autorinnen und Autoren Aleksandar Bancic, Maria Gorius und Friderike Wilckens - von Hein, Meike Herminghausen, Graciette Justo, Franz-Jürgen Schmitt, Claudia Zinser, Barbara Santos, Susan Quick, Sruti Bala, Christoph Leucht und Hannah Reich, Nicola Gast - von der Haar

Enthalten sind: Forumtheater und Gestalt, ...


Theater macht Politik

Ein neues Buch in den „Berliner Schriften zum Theater der Unterdrückten“

Nach dem Workshop war der Zusammenhalt in der Klasse so toll, dass es wieder Spaß gemacht hat, zur Schule zu gehen. Ich konnte dann auch besser lernen. Tanas, 15 Jahre alt, nach einem dreitägigen Theaterprojekt mit dem Forumtheater inszene an einer Kölner Schule

Dieser Sammelband gibt einen Einblick in verschiedene Theaterprojekte, in denen mit den Methoden des Theaters der Unterdrückten gearbeitet wird.

Die hier versammelten Praktiker*innen zeigen ihre individuellen Wege mit dem Theater der Unterdrückten und wie weitere Theaterrichtungen von Clownerie oder Improvisationstheater über Theater zum Leben und Applied Action Theater bis hin zur Theatertherapie ihre künstlerische und kreative Arbeit bereichern.

Deutlich wird dabei die Relevanz des Ansatzes Augusto Boals für die gesellschaftspolitischen Themen, die unsere Zeit wie keine anderen prägen: Ob soziale Ungleichheitserfahrungen, der individuelle und gesellschaftliche Anteil am Klimawandel oder Debatten rund um Asyl und Menschenrechte – die hier vorgestellten Projekte legen dazu nicht nur wichtige Fragen frei, sondern zeigen exemplarisch, wie die Methoden aus dem Theater der Unterdrückten aktives politisches Hinterfragen und Handeln von Subjekten stärken.

Vervollständigt wird der Sammelband durch einen Praxisteil mit den Lieblingsübungen der Autor*innen als Anregung für die eigene theaterpädagogische Praxis. Mit Beiträgen von Stephan Antczack, Sophia-Marie Bömer, Jens Clausen, Birgit Fritz, harald-hahn, Sanjay Kumar, Fritz Letsch, Özge Tomruk, Friderike Wilckens-von Hein

Harald Hahn Theater der Unterdrückten als Mosaikstück gesellschaftlichen Wandels Einblicke, Ansichten und Projekte

www.institutgauting.de/publikationen/gautinger-protokolle/theater-macht-politik


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