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militarismus

Putin hat schon gewonnen:

der alte Militarismus hat auch im Westen seine Oligarchen: Die Yachten sind ja nicht im Osten erfunden worden, und Steuer-Oasen wie Caiman-Inseln und Orte wie Male sind verschwiegenen Journalist*innen durchaus bekannt.

Eine Gesellschaft und Kultur, die im Hintergrund vollkommen auf Autoritarismus, Befehl, Gehorsam, Gewinnstreben und Aufrüstung, Konkurrenz, Kriegswirtschaft, Waffenexporte und Tötung angelegt ist.

Das würden die meisten in unserem Land bestreiten, aber der Untergrund der Zeit vor 1900 lebt überall weiter:

Im Rahmen der Aufrüstung dem Kaiser eine Militärflotte zu finanzieren, wurde die Sektsteuer eingeführt, und bis heute nicht abgeschafft, wie das bei Steuern so üblich ist. Krupp, Thyssen, Flick … alle arbeiten immer noch weiter. Damals hieß es dann Kriegskredite, heute heißt es NATO.

Gleichzeitig entstand eine Friedensbewegung, der bis 1914 auch die Sozialdemokraten nahe standen … in ganz vielerlei evangelischen, katholischen und sonstigen pazifistischen Organisationen mit Figuren wie Bertha von Suttner, die Alfred Nobel beeinflusste.

Pazifismus

Dass man es in diesen Tagen als Pazifist nicht leicht hat, muss unser Kolumnist am eigenen Leibe schmerzlich erfahren. „Ja, ich bin Pazifist und das immer noch!“ bekennt Jan Weiler und dafür werde er derzeit in Diskussionen als Naivling hingestellt – oder sogar als Feigling. Nicht schön!

Aufs Gemüt oder aufs Maul? | Bild: BR5 Min. | 6.3.2022 |Ausstrahlung am 6.3.2022 Zur Sendungshomepage

http://www.br.de/mediathek/podcast/jan-weiler-mein-leben-als-mensch/aufs-gemuet-oder-aufs-maul

Befehl und Gehorsam, Hierarchie

Die wichtigste Ausrede in der Entnazifizierung 1945-1950 war der Befehlsnotstand, auf den sich alle Mörder zurück ziehen wollten: Nach der Hierarchie war nur Adolf Hitler schuld, alle anderen waren Befehlsempfänger. Lange tüftelten Gerichte dann, den einzelnen Verbrechern ihre Entscheidungsfreiheit nachzuweisen. Eichmann …

Im Postfaschismus des Kalten Krieges ab 1950 waren die Nazi-Anwälte und Richter wieder im Amt und wirkten weiter … als Reaktion wie nach 1919 nach der Rätezeit gnadenlos …

Gehorsam und Strafe:

Wichtigste Unterwerfung war die Angst vor Strafe: Meist genügte schon die Drohung, denn die mit Prügeln und Beschämung aufgewachsene Jugend aus der Kaiserzeit hatte gelernt, sich zu ducken.

Scham und Schande waren wichtige Mittel der psychischen Unterwerfung: Die geringere Wertigkeit der Frau, der Vorwurf von Feigheit … und anderer Unterwerfung!

Die Darstellung der Hierarchie als göttliche oder natürliche Ordnung betreibt der Sport und die Wirtschaft, die Gewerkschaften und Parteien, die Wertung in den Schulen und konsequent ständig in der Lehrer-Beförderung durch „Schulräte“, die gar nicht raten, sondern bewerten.

Rüstungs-Exportweltweister

Die erste Sitzung in der Corona-Schließung der Gremien fand trotzdem statt: Der BundesSicherheitsRat, der Rüstungsexporte in Milliardenhöhe genehmigte … https://de.wikipedia.org/wiki/Bundessicherheitsrat

Wehrpflicht als Zugriff auf den Bürger, nur ausgesetzt …

Auf Rüstung folgt Krieg

Gelegentlich hatte ich Hoffnung, wenn ich von den internationalen Bewegungen lernen konnte, aber für dieses Land? Kommt die Hoffnung von außen?

IMI-Aktuell 2020/296

SIPRI: Militärausgaben

(27. April 2020) Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI hat heute seine neusten Zahlen über die weltweiten Militärausgaben veröffentlicht. Demzufolge beliefen sich die Rüstungsbudgets 2019 auf den Rekordwert von insgesamt 1917 Mrd. Dollar. Die Spitzenreiter sind (in Mrd. Dollar): USA (732), China (261), Indien (71,1), Russland (61,9), Frankreich (50,1), Deutschland (49,3), Großbritannien (48,7), Japan (47,6), Südkorea (43,9). (jw) http://www.imi-online.de/publikationen/imi-aktuell/archiv/

Rüstungsexporte

Die Kriegstreiber der NATO waren immer eine Fortsetzung der amerikanischen Aufrüster, die schon von der Anti-Vietnam-Kriegs-Bewegung als „industrie-militärischer Komplex“ identifiziert wurde: Geschäfte der Rüstungs-Entwicklung ganz eng verbunden mit Generälen und Finanzwelt, die auch bei uns auf die höchsten Renditen rechnen konnte, bevor der „Mieten-Markt“ durch die wilden Spekulationen enorm zunahm.

Nun schnellte die Börse wie per „Rheinmetall“ enorm hoch, als Scholz, (ohne Anhörung seiner Partei?) die „100.000 Millionen Sondervermögen“ verkündete, und die Überraschungen halten sich doch in Grenzen?

Pazifismus

Als Friedensbewegung hatten wir meistens nicht von so schwammigen Dingen gesprochen, denn auch der Pazifische Ozean ist durchaus nicht friedlich:

Als Bertha von Suttner um 1900 in der Beziehung mit Alfred Nobel klar machen konnte, wohin die Entwicklungen der Sprengstoffe führen musste, gab es noch wenig Anerkennung dafür, und die Hintergrund-Geschichte der Nobel-Preise wird in den Medien selten erzählt: Verdrängung unbequemer Tatsachen.

Gegen die kaiserliche Aufrüstung in dieser Zeit wuchs eine vielfältig christlich -jüdische und sozialistische Friedensbewegung mit hundert-tausenden aktiven Mitgliedern, zu der auch bis 1914 die SPD gehörte.

Der Kriegsbeginn und die Burgfriedenspolitik zersprengten die SPD zu dem reaktionären Haufen, der dann, wie früher der Kaiser, die Arbeiter*innen-Bewegung der Rätezeit weg schießen ließ.

Spartakus und die marxistische Zentralismus-Partei-Bewegung verstanden sich in der Folge auch nicht mehr pazifistisch, mit den Folgen haben wir uns heute auseinander zu setzen, denn schon Lenin hatte nicht auf Rosa Luxemburg gehört, hatten die demokratische Meinungsbildung in der Partei mit Tötungen ersetzt.

Der Militarismus der russischen Politik entspricht der amerikanischen Aufrüstung, betrieben durch den „industrie-militärischen Komplex“, der die untergründige Zentrale von Korruption und Wohlstand, Ausbeutung und Lohndrückerei darstellt.

Sind Frauen pazifistischer? Sie dürfen sich erst seit gut 100 Jahren politisch betätigen und wählen, aber wie viele sind tatsächlich in einer Allgemeinbildung angekommen, die sie wirklich mitwirken lässt?

Die Fallen der heroischen Muster sind aktuell noch wirksam, und die Illusion, dass Frauen als Militär-Verantwortliche friedlicher agieren, kann nur Leyen-Denken sein.

Jemen: Rüstungsexporte

IMI-Aktuell 2020/245 vom 2. April 2020: Die FAZ (via Bpb-Newsletter) berichtet eine Linken-Anfrage zu deutschen Waffenlieferungen an Länder, die am Jemen-Krieg beteiligt sind – seit Anfang 2019 seien insgesamt Waffen im Wert von 1,2 Mrd. Euro geliefert worden:

„Allein für Ägypten wurden innerhalb von knapp 15 Monaten 21 Lieferungen für 802 Millionen Euro erlaubt, für die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) waren es 76 Einzelgenehmigungen im Wert von 257 Millionen Euro […]

An drei weitere Mitglieder des Bündnisses – Bahrain, Jordanien und Kuwait – gingen Exporte für zusammen 119 Millionen Euro. Die Führungsmacht Saudi-Arabien erhielt dagegen nur Geländewagen für 831.003 Euro.

Das Königreich ist das einzige Land der Allianz, gegen das die Bundesregierung unter anderem wegen des Jemen-Krieges seit November 2018 einen kompletten Rüstungsexportstopp verhängt hat.“ (jw) http://www.imi-online.de/2020/04/02/jemen-ruestungsexporte/

  • IMI-Aktuell 2020/190 Rüstungsexporte: SIPRI-Zahlen vom 9. März 2020
  • IMI-Aktuell 2020/022 Rüstungsexporte: Verdoppelt vom 9. Januar 2020
  • IMI-Aktuell 2020/005 Rüstungsexporte: Neuer Rekord vom 4. Januar 2020

Der Krieg in der Ukraine ist kein Krieg zwischen Menschen, sondern ein Krieg zwischen den großen kapitalistischen Herrschaftssystemen. In ihm sterben nur Menschen. Waffen, die Rüstungsindustrie und Militärbündnisse sind das Problem, nicht die Lösung.“ - Erklärung der Anarchistische Initiative #Ljubljana → https://enough-is-enough14.org/2022/03/10/erklaerung-der-anarchistische-initiative-ljubljana-ueber-den-krieg-in-der-ukraine-slowenien/ #UkraineKrieg #NoWar #antireport

militarismus.txt · Zuletzt geändert: 2022/03/18 14:03 von lenni