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Demokratie - wirklich starten?

Die Lobbykratie des Rüstungswahns mit Militarismus hat sich in den Verlängerungen der kaiserlich-königlich zugestandenen Parlamente, zuerst als zweite Kammer zur Beruhigung der Arbeiterschaft, neben den Privi-Legien des Adels, der Kirchen und Militärs, als hochgejubelte demokratische Fassade durchgesetzt.

Grundgesetz und Verfassung wären gut, aber das Volk glaubt doch wieder an Experten, Führer und Zentral-Figuren wie in der Schießbude, statt die demokratische kommunale Selbstorganisation auf die nächsten Ebenen der Kreise, Bezirke und Länder weiter zu denken. Die Parteien im Selbstlob bringen nur Geschäfte und Karrieren weiter …

Die bisherigen „Schulen der Demokratie“ erzählten uns von Parteien und Bürgerbeteiligung. Der blinde Zufall wählte besser: https://www.sudelbuch.de/2016/08/09/der-blinde-zufall-w%C3%A4hlte-besser/

Wir brauchen nun eine Hochschule der Demokratie, die aus den sozialen Bewegungen und der sozialen Arbeit weiter denkt zu Bewusstseinsbildung in politischer Macht, bürgerlichen Rechten und Ermächtigung

Die Tafeln sind / waren eine Hilfsorganisation ohne innere soziale Organisation und rechtliche Sicherung, sie spiegeln die Bevormundung des Feudalstaates gegenüber Armen und Bedürftigen, für die Verteilung der Abfälle und Reste der Supermärkte im Mistloch der Gnade (Pestalozzi) *

Anstoß und Ausgangslage

Gesundheitsläden und Selbsthilfe als Bewegung vor 40 Jahren reflektieren, einen neuen Anfang für aktuelle Verbreiterung aus den professionellen Behinderungen finden.

Soziale Arbeit hängt, wie ihre schlechte Bezahlung, an den alten Strukturen der Hilfe, Kirchen und Frauen-Hilfsberufe, Wohlfahrts-Organisationen der institutionellen und Selbst-Ausbeutung.

In ihren Hilfen ist die Selbstorganisation bisher nicht eingeplant, wird die Supervision oft eingespart oder als fachliche Fortbildung abgehalten.

Bündnis zur Erneuerung der Demokratie

Das BED war eine bunte Arbeitsgruppeüber etliche Jahre, die 2005 bei der BUGA, der Bundesgartenschau in Riem ihre meisten öffentlichen Auftritte hatte, aber vorher durchaus spannende Runden und Pressekonferenzen mit Hildegard Hamm-Brücher und ihrem Umkreis.

Das Debattieren war aber auch auf Streetlife-Festivals zu erleben, auch in Verbindung mit den studentischen Projekten dazu.

Ein besonderer Erfolg war ein Stadtrats-Beschluß 2007, auf dem bisherigen „Marienhof“, nach der Baustellen-Zeit dann hoffentlich schon auf dem Kurt Eisner-Platz, einen guten Ort zum öffentlichen Debattieren zu schaffen.

Für Gesundheit selber sorgen?

ein Projekt zum Geburtstag Augusto Boals:

In zwei Artikeln feiert Wolfgang Goede die Selbsthilfe- Bewegung, die er selbst als enorm hilfreich erlebt hatte, als Wissenschafts-Journalist kennt er auch die oft schwerfälligen Systeme unserer Hochschul-Landschaft, die Adorno längst als „Halbbildung“ - nur für berufliche Qualifizierungen - eingeschätzt hatte.

Zivilgesellschaft in einer Zuviel-Gesellschaft?

Die damals kaiserlich- & Königlich genehmigten Parlamente wurden nach den niedergeschlagenen Revolutionen zur höchsten Form der Demokratie erklärt, aber es wurde weder weiter gedacht noch das Volk befragt: Auch nicht nach dem „Anschluß“.

Eine wirkliche UNI-VERSI-TÄT

oder Hochschule würde die Interessen der Studierenden auf die gesamte Welt ausdehnen, von deren Ressourcen wir alle leben, und die wir deswegen verstehen sollten.

Nun legt ein kleines Virus die herunter gesparten und verlogen abzockenden Strukturen frei und wir stehen hilflos gegenüber?

Im Einblick des Selbsthilfezentrum München https://www.shz-muenchen.de/fileadmin/shz/downloads/einBlick/Einblick_2020-4.pdf fasst er zusammen

Ich möchte in den Zusammenhang an einen der Begründenden der Gesundheitsladen-Bewegung erinnern, Rolf Schwendter, der schon damals die Lust hatte, mit dem gesprochenen Gender die Rolle der Frauen - vor allem auch im Gesundheitswesen herauszuheben, und im Umfeld der AG SPAK und der Selbstverwalteten Betriebe und Projekte den Gesundheitstag in Kassel auf die Beine stellte,

der in der Bewegung der Gesundheits- und Wissenschaftsläden und die Zukunftswerkstätten von Robert Jungk die positive Stimmung der siebziger Jahre verfestigte - bevor die „geistig-moralische Wende“ der schwarzen Kofferträger Kohl und Schäuble auf Bundesebene mit einer „Gesundheitsreform“ das System der Abzocke verwirklichte, wie wir es seit F.J. Strauß und Nachfolgenden in Bayern schon lange hatten.

Prof. DDDr. Rolf Schwendter müsste ich heute wieder schreiben, wo so viel falscher Adel aus Papieren gewonnen wird, er hätte mit Abscheu seine Dreadlocks geschüttelt, bevor er wieder zur Kindertrommel das Lied aus einer Evangelischen Akademie angestimmt hätte:

Die gesamte Studie ist erschienen unter ⇒ https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/68058/ssoar-2020-goede-Tandems_of_lay_experts_and.pdf

Kritik der hierarchischen Medizin-Systeme

Die Gesundheitsladen-Bewegung hatte auch mit Beschwerde-Stellen dafür gesorgt, dass die „Götter in Weiß“ nicht weiter alle „Kunstfehler“ vertuschen und die Schuld auf die unteren Mitarbeitenden verschieben konnten, doch die Versicherungen werben bis heute mit „Chefarzt-Behandlung“ und die Schönheits-Chirurgie gehört zu den oft unanständigen Großverdienenden.

Krankenhaus-Konzern-Unwesen

Dass ein Konzern an den billigen Pflegenden und aufopfernden Mitarbeitenden verdienen kann, liegt an den ziemlich unbekannten Abrechnungssystemen, die ein Patient im allgemeinen nicht zu Gesicht bekommt: 

Die Krankenkassen und die Ärzteverbände und ihre Fallpauschalen beeinflussen erst seit einigen Jahren die Verschreibungen und den Ruin der kleinen Arztpraxen und verschieben die Gewinne.

Frauengesundheit

wurde manchmal als die reduzierte Dosierung angesehen, bis sich herausstellte, dass ein Herzinfarkt beim Mann ein anderer Ablauf und Vorgang ist, als er bei der Frau stattfindet.

Bis zur Neu-Entdeckung der Klitoris als inneres Nervengeflecht würde ich davon ausgehen, dass die Mediziner*innen auch noch das Zusammenspiel einer Prostata in der Frau entdecken ;-))

Eine Kritik der medizinischen Forschung des 3. Reiches und der begrenzten Lernfähigkeit der Psychologie neben der Statistik und der Psychoanalyse, nachdem sie erst judenfrei, dann deutsch-national und nun immer noch markt-beherrschend ist …  steht immer noch aus?

Männergesundheit

ist wie die Männergrippe ein noch neuerer Teil einer Teilgruppe, die nicht mehr nur den soldatischen Tugenden der Skalpelle, sondern den Zusammenwirken der Psyche und der uns besiedelnden Organismen auf die Spur gehen. Was hier noch sehr wenig wahrgenommen wird, ist die psychische Kränkung in Beziehungen.

Dafür braucht es aber wohl eine neue Generation von Barfuss-Medizin, die in anderen Ländern schneller wächst und zum Beispiel chilenisches indigenes Gesundheitswissen mit chinesischen Ausbildungen zusammen bringt und den Covid-Impfstoff auf entsprechendem Weg nach Chile.

Familien-Ideologien und Realitäten

Nun ist ja inzwischen in manchen Ländern eine neue Hochschul-Generation am Wachsen, aber in Bayern fließt das Geld wohl vor allem in industrielle Elite-Hochschulen und nur begrenzt in die restliche, zur gehobenen Berufsausbildung gekürzten „Uni“-versi-tät.

Klare Unterscheidung der Beteiligung, Gerechtigkeit und Macht

Unsere Kulturen leiden unter der idealistischen Verschwurbelung von Ehrenamt, Engagement und der mangelhaften Verantwortung von finanziellen, politischen und strukturellen Gewalt und Macht.

Den Fluss nennt ihr gewalttätig, aber nicht die Ufer, die ihn begrenzen? Das Bewusstsein für die Vermarktung unserer Häuser und Städte, unserer Lebensgrundlagen und Gesundheitsvorsorge wächst mit den Masken-Skandalen und Impfstoff-Politiken, aber was kommt außer sinkender Wahlbeteiligung? Wir brauchen neue Lernstrukturen, eine Hochschule der Demokratie.

Es war ein Projekt zum Geburtstag Augusto Boals

als 2008 die internationalen Kolleg*innen diesen Aktionstag veranstalteten, und er noch den internationalen Tag des Theaters mit einem Grußwort feierte …

Augusto Boal starb am 2. Mai 2009, auf den Tag genau 12 Jahre nach seinem Vorbild und Vorkämpfer Paulo Freire, der am 19.9.1921 geboren wurde und am 2. Mai 1997 gestorben war,    beim internationalen Festival des Theater der UnterdrücktenRipple Effect Toronto hatten wir eine Runde zum Gedenken, wie er uns beeinflusst, unsere Arbeit geprägt hat. 

Ähnlich, wie die Entwicklung von Gesundheitsläden und Selbsthilfe hatten wir uns die Verbreitung des Theater der Unterdrückten vorgestellt, aber dann kamen Impro-Theater und die Medienflut … Industriekultur. 

Die Ästhetik der Unterdrückten, den Kritischen Blick der Beteiligten auf ihre eigene Welt-Wahrnehmung, werden wir für unsere zukünftige Gesundheit brauchen. https://selbstorganisation-muc.blogspot.com/2021/03/selbsthilfe-aus-der-gesundheitsladen.html

Erster Entwurf https://selbstorganisation-muc.blogspot.com/2021/03/selbsthilfe-aus-der-gesundheitsladen.html Mit Bildern auf http://netzwerk-gemeinsinn.org/selbsthilfe-aus-…fuer-die-zukunft für das Uni Mannheim Symposium Online, 13. Mai 2021

Bürgerrat als Anfang https://youtu.be/l-pKnBifqg0 und https://www.youtube.com/watch?v=jwxuob7Ex-4

Die ständigen Lockerungen und Finanz-Versprechen wirken auf mich wie das „Mistloch der Gnade*“, das die Almosen-gewährenden Regierungen mehr pflegen als die Gerechtigkeit, was ihnen mit Aufdeckung der Korruption, der Privilegien und des Rassismus um die Ohren fliegt, den auch die zum Bürgerkrieg hoch gerüstete Polizei hat sich mit den bezahlten und öffentlichen Medien zum Büttel gemacht, die HERRSCHENDE Ordnung zu verteidigen.

* Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827) gab eine prägnante Erklärung: »Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade.« Der Aufklärer, Pädagoge und Sozialreformer in einer Zeit der autoritär-militaristischen und religiösen Schulen von Bibel und Gehorsam wurde zum frühen Mythos erneuernder Pädagogik.

Organisations-Demokratie

Threats to and Prospects for Organizational Democracy Research - Wolfgang G. Weber Institute of Psychology, Leopold Franzens University of Innsbruck: Extended Version of a contribution for the International Conference „Participation Between Markets and Organizational Democracy“, Organized by Manfred Moldaschl & Wolfgang G. Weber University of Technology Munich, Feb. 16th / 17th, 2001 https://www.uibk.ac.at/psychologie/mitarbeiter/weber/docs/prospects_for_organizational_democracy.pdf S.8

„Für die Erforschung der organisationalen Demokratie eignen sich Methoden wie die folgenden (vgl. G. Szell’s Beitrag zur vorliegenden Tagung):

  • - Strukturen und Aktivitäten von Bürgerrechtsbewegungen
  • - Bürgeraktionen und Aktivitäten von Selbsthilfegruppen („neue Freiwilligkeit“)
  • - Aktivitäten von Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretern
  • - sozial verantwortliches Handeln von Arbeitgebern und Top-Managern
  • - Entscheidungsfindung in interorganisationalen Netzwerken kleiner und mittlerer Unternehmen
  • - Werkstätten des demokratischen Lernens wie die „Zukunftswerkstätten“ von Robert Jungk in denen Teilnehmer gemeinsam ihre Zukunft gestalten)
  • - partizipativer Theaterworkshop (z.B. Fritz Letsch)

und so weiter. Die Organisationsverhaltensforschung hat viele Ressourcen und viele Fähigkeiten - Strategien der Zusammenarbeit und des Wissenstransfers untereinander und darüber hinaus zu entwickeln und zu evaluieren diverse Vertreter der Organisationsdemokratie, wie die von mir genannten. Ein Beispiel, Prof. Egon Endres und seine Mitarbeiter haben ein Projekt mit sozialen Einrichtungen und konventionelle Firmen im Raum München gestartet (Waibel & Wehner, 1999).

Die Kernidee dieses Projekts: Vertreter dieser sehr unterschiedlichen Organisationen beteiligen sich gegenseitig in der Organisation. Die Forscherinnen und Forscher untersuchen Kommunikationsprozesse, Perspektivenübernahmen, Wissen Aktualisierung, Wissenstransfer zwischen diesen sehr unterschiedlichen Partnern.

9 - die regionale und überregionale Netzwerkbildung heterogener Organisationen und Institutionen zu unterstützen. Seit den achtziger Jahren wurden große Aktionsforschungsprojekte in der Tradition des Sozio-Technischen Systemansatz wurden beispielsweise in Schweden, Norwegen und heute in Finnland durchgeführt. Obwohl einige methodische Schwächen vorhanden sein können, enthalten die Forschungsberichte wichtige Informationen über die Entwicklung sowie über Voraussetzungen und Probleme von interorganisationeller Demokratie.“

Grundrechte seit Memmingen 1525

Heribert Prantl in seiner Rubrik: „Die politische Wochenschau“ am 22.5.2022

„Die Wurzeln dieser Grundrechte reichen fast fünfhundert Jahre zurück, ins Jahr 1525: Damals wurden in Memmingen die zwölf Bauernartikel proklamiert, als Beschwerdeschrift der oberschwäbischen Bauern gegen die Obrigkeiten. Es waren dies die Postulate, auf die sich dann eine gewaltige, viel zu wenig bekannte Volkserhebung stützte:

Hunderttausend Aufständische im gesamten Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, ganz überwiegend Bauern, beriefen sich auf die zwölf Freiheitsartikel von Memmingen. Darin waren zum ersten Mal im deutschen Sprachraum Grund- und Menschenrechte formuliert: Es ging um die Aufhebung der Leibeigenschaft, die Erleichterung der Abgabenlast, um freie Jagd und Fischerei.

Diese Grundrechtsartikel wurden 1525 in der Stube der Memminger Kramerzunft beraten und propagiert - von den fünfzig Vertretern der „Bauernhaufen“, wie die revolutionären Zusammenschlüsse genannt wurden; sie waren das erste deutsche Volksparlament. Und ihre zwölf Artikel waren die erste demokratische Verfassungsurkunde auf deutschem Boden.

Es führt also eine grundrechtliche Linie von der Stube in der Memminger Kramerzunft am Weinmarkt hin zur Frankfurter Paulskirche, zur Weimarer Reichsverfassung und zum Grundgesetz von 1949.

Meine Großmutter, die Meisterin des farbigen Erzählens

Die zwölf Bauernartikel von 1525: Am gestrigen Samstag hat die Stadt Memmingen dieses geschichtlichen Großereignisses gedacht – mit einem großen Fest in der Altstadt. Alle vier Jahre wird in diesem Rahmen der „Memminger Freiheitspreis für Verdienste um Freiheit, Recht und Gerechtigkeit“ verliehen. Diesen Freiheitspreis durfte diesmal ich entgegennehmen.“

Die Memminger Artikel

  • 1. Freie Pfarrerwahl. Der Pfarrer soll, wenn er das reine Evangelium nach den Wünschen der Gemeinde predigt, von dieser direkt bezahlt werden, predigt er anders, kann er jederzeit von der Gemeinde ersetzt werden.
  • 2. Aufgrund der Erklärung, den Pfarrer selbst zu unterhalten, soll der Zehnt abgeschafft werden. Dieser sei ohnehin mit der Heiligen Schrift nicht zu vereinbaren.
  • 3. Die Leibeigenschaft soll abgeschafft werden.
  • 4. Die Jagd und Fischerei soll freigegeben werden.
  • 5. Der Frondienst soll auf ein vernünftiges Maß verringert werden.
  • 6. Der Ehrschatz soll aufgehoben werden.
  • 7. Die Strafen gegen schwere Verbrechen sollen auf das alte Maß verringert werden.
  • 8. Das Land, das früher der Gemeinde gehörte, soll dieser zurückgegeben werden.
  • 9. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse (z. B. Korn, Fleisch, Milch) sollen von den Bauern frei verkauft werden dürfen.

Der Schlusssatz der Artikel lautete, wenn eine der Forderungen nicht mit der Bibel vereinbar ist, soll sie ersatzlos gestrichen werden. Ebenfalls wird nochmals das göttliche Recht beschworen, obwohl es damals kein geltendes Recht aufgrund der Bibel gab.

https://de.wikipedia.org/wiki/Memminger_Artikel

Die 12 Bundes-Artikel

1. Jede Gemeinde soll das Recht haben, ihren Pfarrer zu wählen und ihn zu entsetzen (abzusetzen), wenn er sich ungebührlich verhält. Der Pfarrer soll das Evangelium lauter und klar ohne allen menschlichen Zusatz predigen, da in der Schrift steht, dass wir allein durch den wahren Glauben zu Gott kommen können.

2. Von dem großen Zehnten sollen die Pfarrer besoldet werden. Ein etwaiger Überschuss soll für die Dorfarmut und die Entrichtung der Kriegssteuer verwandt werden. Der kleine Zehnt soll abgetan (aufgegeben) werden, da er von Menschen erdichtet ist, denn Gott der Herr hat das Vieh dem Menschen frei erschaffen.

3. Ist der Brauch bisher gewesen, dass man uns für Eigenleute (Leibeigene) gehalten hat, welches zu Erbarmen ist, angesehen, dass uns Christus alle mit seinen kostbarlichen Blutvergießen erlöst und erkauft hat, den Hirten gleich wie den Höchsten, keinen ausgenommen. Darum erfindet sich mit der Schrift, dass wir frei sind und sein wollen.

4. Ist es unbrüderlich und dem Wort Gottes nicht gemäß, dass der arme Mann nicht Gewalt hat, Wildbret, Geflügel und Fische zu fangen. Denn als Gott der Herr den Menschen erschuf, hat er ihm Gewalt über alle Tiere, den Vogel in der Luft und den Fisch im Wasser gegeben.

5. Haben sich die Herrschaften die Hölzer (Wälder) alleine angeeignet. Wenn der arme Mann etwas bedarf, muss er es um das doppelte Geld kaufen. Es sollen daher alle Hölzer, die nicht erkauft sind (gemeint sind ehemalige Gemeindewälder, die sich viele Herrscher angeeignet hatten), der Gemeinde wieder heimfallen (zurückgegeben werden), damit jeder seinen Bedarf an Bau- und Brennholz daraus decken kann.

6. Soll man der Dienste (Frondienste) wegen, welche von Tag zu Tag gemehrt werden und täglich zunehmen, ein ziemliches Einsehen haben (sie ziemlich reduzieren), wie unsere Eltern gedient haben, allein nach Laut des Wortes Gottes.

7. Soll die Herrschaft den Bauern die Dienste nicht über das bei der Verleihung festgesetzte Maß hinaus erhöhen. (Eine Anhebung der Fron ohne Vereinbarung war durchaus üblich.)

8. Können viele Güter die Pachtabgabe nicht ertragen. Ehrbare Leute sollen diese Güter besichtigen und die Gült nach Billigkeit neu festsetzen, damit der Bauer seine Arbeit nicht umsonst tue, denn ein jeglicher Tagwerker ist seines Lohnes würdig.

9. Werden der großen Frevel (Gerichtsbußen) wegen stets neue Satzungen gemacht. Man straft nicht nach Gestalt der Sache, sondern nach Belieben (Erhöhungen von Strafen und Willkür bei der Verurteilung waren üblich). Ist unsere Meinung, uns bei alter geschriebener Strafe zu strafen, darnach die Sache gehandelt ist, und nicht nach Gunst.

10. Haben etliche sich Wiesen und Äcker, die einer Gemeinde zugehören (Gemeindeland, das ursprünglich allen Mitgliedern zur Verfügung stand), angeeignet. Die wollen wir wieder zu unseren gemeinen Händen nehmen.

11. Soll der Todfall (eine Art Erbschaftssteuer) ganz und gar abgetan werden, und nimmermehr sollen Witwen und Waisen also schändlich wider Gott und Ehre beraubt werden.

12. Ist unser Beschluss und endliche Meinung, wenn einer oder mehr der hier gestellten Artikel dem Worte Gottes nicht gemäß wären …, von denen wollen wir abstehen, wenn man es uns auf Grund der Schrift erklärt.

Wenn man uns schon etliche Artikel jetzt zuließe und es befände sich hernach, dass sie Unrecht wären, so sollen sie von Stund an tot und ab sein. Desgleichen wollen wir uns aber auch vorbehalten haben, wenn man in der Schrift noch mehr Artikel fände, die wider Gott und eine Beschwernis des Nächsten wären.

buendnis_zur_erneuerung_der_demokratie und Hochschule der Demokratie oder gleich Bürgerräte und Selbstorganisation

hochschule_der_demokratie.txt · Zuletzt geändert: 2022/09/27 23:05 von lenni