Sonja Lerch

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Dr.Sarah Sonja Lerch, geborene Rabinowitz, war eine der Mitwirkenden in der USP München, mit den Rüstungs-ArbeiterInnen im Januar 1918 den Streik für den Frieden zu diskutieren, nach dem klar geworden war, dass der Adel im Militär, der Kaiser und auch der bayrische König Ludwig III.– und wohl auch Teile der kaiserlich-königlich zugelassenen Mehrheits-SPD den vor allem mit Aufrüstung, aber auch mit einem Überfall Frankreichs durch das neutrale Belgien gemeinsam voran getriebenen Weltkrieg mit Gebiets-Gewinnen zu beenden hofften.

Der Abend kommt so schnell

mit Bildern: http://befreiungsbewegung.fairmuenchen.de/der-abend-kommt-so-schnell-revolution-verstehen das Buch zur Frau an der Seite von Kurt Eisner in den RüstungsarbeiterInnenstreiks:

Dr. Sarah Sonja Lerch, geborene Rabinowitz, aus Warschau stammende Volkswirtschaftlerin, wurde verhaftet und starb in der monatelangen aussichtslosen Untersuchungshaft unter den Qualen von Scheidung durch ihren Mann und Zahnschmerzen in königlicher Polizeihaft in München-Stadelheim.

Cornelia Naumann hatte aus den in Berliner Archiven gefundenen Akten und Materialien eine Ausstellung zusammengestellt, und einen Roman über diese Zeit geschrieben:

die erste Auflage DER ABEND KOMMT SO SCHNELL ist verkauft, die zweite im Druck. zu meinen letzten beiden Lesungen in diesem Jahr lade ich herzlich ein, schreibt Cornelia Naumann. Am 22. November um 19 Uhr lese ich gemeinsam mit Ralf Höller in der Rathausgalerie im Rathaus im Rahmen der einzigartigen Kunstausstellung "Die Freiheit erhebt ihr Haupt", die am 24.11. beendet sein wird.

Am 29.11. um 19 Uhr ist Sarah Sonja wieder solo und mit musikalischer Begleitung von Erwin Rehling und seinem wunderbaren selbst gebauten Stein-Xylophon im Rahmen der Revolutions-Werkstatt in der Sendlinger Kulturschmiede, Daiserstr. 22.

Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.

mit Bildern im Blog

Brest-Litowsk hatte im Dezember 1917 Friedensverhandlungen erlebt, bei denen die Ansprüche der Fürsten auf Gebiets-Gewinne klar zu Tage kamen, und der Waffenstillstand mit Russland sollte die Kräfte für einen neuen Angriff in Frankreich bündeln.

Die international organisierten Arbeiter wollten mit dem Streik die Regierung zwingen, das ruchlose Morden zu beenden, und in Berlin und Wien gingen zehntausende auf die Straßen. In München streikten 5-8 tausend ArbeiterInnen und Arbeiter, obwohl die Männer befürchten mussten, sofort an die Front geschickt zu werden.

Kurt Eisner und Dr. Sarah Sonja Lerch, geborene Rabinowitz gehörten zu den ersten Verhafteten, die Monate lang in Untersuchungshaft blieben. Sarah Sonja Lerch starb am 29.3.1918 in Stadelheim, Kurt Eisner wurde erst im Oktober 1918 entlassen, weil er für die Nachwahl in den Reichstag für die USP München kandidierte.

Ernst Toller und die beiden Landauer-Schwestern* Betty und Emilie, die in der USP München organisatorisch aktiv waren, waren früher entlassen worden, die USPD hatte dann etwa 400 Mitglieder.

Ausstellung Sarah Sonja Lerch 24.7.18

)* nicht verwandt mit Gustav Landauer, der wegen der schweren Grippe, auch seiner Kinder, erst im Januar aus Krumbach nach München kam, um Kurt Eisner in der „Volksaufklärung“ als Hochschulminister zu unterstützen.

Ausstellung

   Juli 2018 bis 25. Oktober 2018: Vorschein der friedlichen Revolution in Bayern
   Die lange vergessene Revolutionärin Sarah Sonja Lerch - Günther Gerstenberg | Cornelia Naumann
   Die Ausstellung zeigt Dokumente aus verschiedenen Archiven und aktuelle Fotos von Schauplätzen in München.
   Sie schildert die Biographie Sarah Sonja Lerchs vor dem Hintergrund der vorrevolutionären Geschichte Bayerns.

erste Bilder und nächste Rundgänge

bis Samstag 24. November 1918 ist das ver.di Kulturforum noch zu Gast in der Rathausgalerie ׀ Kunsthalle ׀ München. Eingang zur Galerie vom Marienplatz durch den Innenhof des Rathauses. Die Ausstellung ist täglich ab 11:00 Uhr geöffnet. Titel der Exposition:"7. November 1918 »Die Freiheit erhebt ihr Haupt« | Gründung des Freistaats Bayern | Kurt Eisner - erster Ministerpräsident Bayerns".

Es sind Werke von über 100 Bildenden Künstler/innen, Autor/innen und Musiker/innen sowie historische Dokumente zu sehen | hören | lesen.

Mit Ausnahme des Freitags dieser Woche gibt es in den Ausstellungsräumen jeden Abend Veranstaltungen. Auch hier: Eintritt frei! Der Ausstellungskatalog kostet € 3,50. Die Abendveranstaltungen in der Rathausgalerie:

Mittwoch, 21. November, 19:00 - 21:30 Uhr: "Kurt Eisner als Revolutionär und Pazifist", Referent: Riccardo Altieri, Veranstalter: Kurt Eisner Verein (Julia Killet)

Donnerstag, 22. November, 19:00 - 21:30 Uhr: Lesung "Der Abend kommt so schnell" und "Das Wintermärchen", Cornelia Naumann und Ralf Höller, Veranstalter: Buchhandlung Lentner

Samstag, 24. November, letzter Ausstellungstag: Kehraus! Ab 11:00 Uhr besteht die einmalige Gelegenheit, ganz besondere Geschenke am Verkaufstisch der Künstler/innen zu erwerben. Es können Grafiken, Zeichnungen, CDs und Bücher der beteiligten Künstlerinnen und Künstler erworben werden. Z.T. signiert oder vor Ort nach Ihren Wünschen persönlich signiert.

Am Sa von 17:30 bis 19:00 Uhr ist Kehraus mit Künstler/innen der Ausstellung. Dazu gibt es (kostenlos) ein Gläschen Wein. Wer nicht aus Plastik trinken will, bringt bitte ein Glas mit. (Alle Empfänger/innen der Mail sind herzlich dazu eingeladen!)

Noch bis 23. November 1918 findet die Ausstellung "Schlaglichter" | Kurt Eisners Haderner Zeit | Die letzten Monate des 1. Weltkriegs in Hadern und die friedliche Gründung des Freistaats Bayern statt. Diese Ausstellung rundet das Eisner- und Revolutionsbild ab. Sie zeigt die Historie (und einige bis vor kurzem unbekannte Dokumente).

Revolutionswerkstatt2 - Revolution 2018 -