Robert Jungk

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Robert Jungk: Von der jüdischen Jugendbewegung zur Atomstaat-Kritik

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Robert Jungk wurde 1913 in Berlin als Robert Baum geboren, die Eltern waren Schauspieler, die ihn auf ein Leben zwischen den Sicherheiten vorbereiteten, ein Freund des Vaters war der schon damals legendäre „rasende Reporter“ Egon Erwin Kisch, der ihm zum Vorbild wird.

Mit 9 Jahren stößt er auf der Straße auf einen besonders gekleideten Burschen und befragt ihn, kurz darauf landet auch er in der jüdisch-demokratischen Wandervogel-Gruppe, die mit Heimabenden, und jeden Sonntag mit einem Ausflug „ins Grüne“, ihre Liebe zur Natur pflegten, was auch heißt, trampen nach Gelegenheiten, die eigene Identität zwischen Anpassung und Aufbruch diskutieren.

Als junger Student reißt er nach dem Reichstagsbrand die Plakate des Stürmer in der Humboldt-Universität ab, wird verhaftet und kommt durch einen Trick frei, kann aber getarnt als Ski-Urlauber nach Österreich und in die Schweiz fliehen, berichtet von dort für verschiedene Zeitungen aus Prag und Paris, und hat Kontakte, aber zum Teil wenig Vertrauen in die einzelnen Exil-Gruppen, bis ihn die Berichte zu den Konzentrationslagern, die von der internationalen Presse nicht gebracht werden, enorm belasten.

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Von der Wandervogel-Bewegung zur befreienden Pädagogik

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Die Wandervogel-Bewegung vor hundert Jahren kann den Weg zu heutiger Demokratie-Vermittlung weisen Hans BeimlerHundert Jahre im Bewusstsein von Aufbruch und Selbstorganisation

Vor hundert Jahren? Da waren Kaiser und Könige, Adel und Leibeigenschaft, Dienstboten und Industrie-Arbeit, und das VATERland schlitterte in einen „schnellen“ Krieg gegen Frankreich, denn sie glaubten den Regierenden im August und September 1914: „Weihnachten sind wir wieder daheim!“

Wie das 1870 / 71 gewesen war, als man „schnell die Franzosen ausplünderte“ und mit dem Geld die stolzen Stadtviertel der „Gründerzeit“ hochzog, die kleinen überfüllten Herbergen wegräumte, deren Bewohnerzahl in kurzer Zeit von 5.000 auf 50.000 gestiegen war, in allen großen Städten entstanden solche „Franzosenviertel“ wie in Haidhausen, wo ein hier unehelich geborenes Kind später zum Kommunisten wurde: Hans Beimler, der aus dem KZ Dachau entkam und darüber schrieb, später 1936 im spanischen Befreiungskampf fiel.

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Egon Erwin Kisch

Egon Erwin Kisch war der Freund der Eltern von Robert Jungk, und sein großes Vorbild: Als Schauspieler lasen die Eltern regelmässig alle Zeitungen, weil damals überall Theater-Kritiken zu lesen waren, und "der schnellste Reporter der Welt" war einer der Wenigen, die sich damals kein Blatt vor den Mund nahmen, also die Interessen der Zeitung und die Erwartungen der Leser nicht als Selbst-Zensur benutzten.

Robert Jungk landete schon als Schüler im jüdischen Wandervogel, auf den selbst-organisierten "Fahrten ins Blaue", was wir heute als wandern und trampen bezeichnen würden, wurde die Gastfreundschaft am Land, die Gemeinschaft und das abendliche Lagerfeuer mit Mandoline und Gitarre und romantischen Fahrtenliedern genossen, Natur beobachtet, nackt gebadet und getanzt ... was ab 1934 gleichgeschaltet, verboten und militärisch in die Hitlerjugend übernommen wurde.

Robert Jungk riss als Student der Humboldt-Uni nach dem Reichstagsbrand dort die Nazi-Plakate ab, wurde vom Hausmeister festgehalten und entkam durch einen Trick mit einem uniformierten SA-Freund, floh in die Schweiz und versuchte als Korrespondent dort zu überleben ...

Seine schlimmsten Erfahrungen, dass die internationalen Blätter die Berichte zur Judenverfolgung nicht druckten, machten ihn sehr pressekritisch, aus Hiroshima berichtete er von der Strahlenkrankheit, was zum Buch "Der Atomstaat" führte und zu seinem weiteren Engagement in der Friedensbewegung, bis zur Entwicklung der "Zukunftswerkstatt" als demokratische Arbeitsform.

ich bin dankbar, dass ich bei und mit ihm lernen durfte ... In Salzburg pflegt eine Bibliothek seine Arbeits- und Denkweisen jungk-bibliothek.org


Die Zukunftswerkstatt nach Robert Jungk

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