Bewusstsein zur Geschichte

Aus joker-netz
Wechseln zu: Navigation, Suche

In allen alten Traditionen sind die Geschichten der Ahnen eine mit Ehrfurcht und Würde gepflegte Familien-Angelegenheit.

In vielen Familien der europäischen Brüche sind durch politische Auseinandersetzungen und Kriege, durch Erbfolge-Streit und Besitz-Teilungen, durch Streit und Verbrechen soviele schwierige Familien-Geheimnisse angesammelt, dass es eine heikle Angelegenheit ist, die Ahnen in ihrem ganzen Wirken darzustellen.

Allein in den Fronten im 1. Weltkrieg, den Franz Marc, der Maler des Blauen Reiter als den Europäischen Krieg bezeichnete, blieb so viel Familien-Fehde wie zB. zwischen den Brüdern Heinrich Mann und Thomas Mann, auch in allen Welt-anschaulichen Fragen, wie jemand zur Revolution und zu den Räterepubliken stand, zur neuen Demokratie und dass wir lieber von den Lehrern in die Bücher der Buddenbrooks und des Zauberberg geleitet wurden, als den Untertan zu lesen.

Wenn die Familie zu schweigen beginnt

Es beginnt schon mit der Kriegsbeteiligung, es lügen die Heldengräber und Totengedenken, vom militärischen Geheimnis wächst ein Familien-Geheimnis. Wer war an welchen Fronten, was ist dort geschehen?

schweigt der Ort mit

Parteimitgliedschaften waren ein gehütetes Geheimnis der Zeit des Postfaschismus ab dem Ende der "Entnazifizierung" 1950: Plötzlich wurde in biederer Weise nach dem ersten Wiederaufbau auch in den Ämtern so weiter gemacht, als ob 1945 nichts als eine Naturkatastrophe gewesen wäre.

Alle Beamten des "3.Reiches" waren wieder in ihren Ämtern, die Anwälte und Justiz vorne dran, und Kirchen, Polizei wie Verwaltung sprachen sich selbst von jeder Schuld frei.

Alle fanden plötzlich, wie sie verfolgt worden waren und Widerstand geleistet hatten, und keiner der fürchterlichen Richter, die gerade noch Deserteure zum Tode verurteilt hatten, wie Ministerpräsident Filbinger, fühlte sich schuldig.

oder beginnt zu reden:

Ein Dorf Philosophiert ist ein partizipatives Projekt von Christiane Huber und dem Landvolkthater Halsbach e.V., in dem sich die drei benachbarten Dörfer Asten, Dorfen und Halsbach (Landkreis Traunstein und Altötting) mit ihrer Vergangenheit beschäftigen.

Im Vorfeld werden dabei Ereignisse aus den Jahren des zweiten Weltkriegs inhaltlich reflektiert, insbesondere aus der Zeit, als Zwangsarbeiter auf den Höfen und in den nahegelegenen Fabriken arbeiteten. Wie haben die Menschen diese Zeit erlebt, welche Vorfälle gab es, was erinnern die Zeitzeugen und die Nachkommen? Wie beeinflussen die Erfahrungen das Leben im Dorf heute?

Die Ergebnisse münden in eine mehrtägige Dorfakademie: Wanderungen zu Originalschauplätzen, Zeitzeugen-Gespräche und verschiedene andere Aktionen, in denen Geschichte aktiv erlebbar wird.

Den Abschluss bildet eine Andacht und ein Frühschoppen mit Gesprächsrunde in Halsbach (Pfarrkirche und Mitterwirt. Mit dabei werden sein: Simone Egger( Kulturanalyse an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt), Peter Jungblut (Bayerischer Rundfunk), Marcin Krol, (Generalkonsulat Polen), Christine Löffler (Verein "Für das Erinnern"), Paul-Moritz Rabe (NS-Dokumentationszentrum MünchenDokumentationszentrum München, Martin Winklbauer (Bauer, Theaterregisseur) - von facebook www.facebook.com/events/253228135319930

Team: Simone Egger, Karnik Gregorian, Lambert Strehlke, Robert Keil, Sabine Klötzer, Simone Lutz, Sven Zellner, Christine Schorr, Nähere Infos unter: eindorfphilosophiert.de

falsche Parolen

waren oft die verdrehten Ideen der Aufständischen: F.J Strauß mit Freiheit ODER Sozialismus ...

Freiheit und Sozialismus - waren Ideen gegen kirchliche Obrigkeit und Militarismus, die sorgsam gehütet werden mussten.

Sozialistengesetze verboten die Verbreitung der Ideen, die von einer Gleichrangigkeit der Menschen in einer Zeit der Monarchie zwischen Adel, Kirchen, Militarismus und Besitzbürgertum ausgingen, in einer Zeit mit „königlichem“ Parlament, in das aber nur Besitzbürger, Adel und Standesvertreter wählen durften.

Bis zur Revolution 1918 gab es auch jeweils eigene Gesetze, die es den Arbeitenden verbieten wollten, sich zusammen zu schließen: Freie Zusammenschlüsse, der Syndikalismus ist uns ein fremdes Wort geworden, Gewerkschaften haben den Zentralismus durchgesetzt und die bürgerlichen Rechte erhalten zwar das Streikrecht, aber die Presse-Reaktionen zeigen meist das „Leiden der Betroffenen Kunden“, statt die Arbeitsbedingungen.

Gerade in den Pflegeberufen und sozialen Dienstleistungen sind die Tarife aus den Zeiten des weiblichen Helfenden-Modelles unter jeder Würde, was polnische und rumänische Dumping-Verhältnisse noch unterbieten, aber die zentralisierten „Wohlfahrtsbetriebe“ haben sich mit der führenden Politik eingerichtet und sind anscheinend nicht wirklich tarif- und streikfähig.

Das Land ist neu geboren

Revolutionswerkstatt2 - Bewegungen - Fritz Bauer - Emil Julius Gumbel