Bairische Revolution

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Am 7. November 1918 gab es eine große gemeinsame Friedens-Demonstration auf der Münchner Theresienwiese von SPD und USPD:

Das arme Volk hungerte, es hatte seit Monaten nur noch von Niederlagen und Toten an der französischen Front gehört, doch wollte die Oberste Heeresleitung OHL dem Kaiser und seinen Fürsten noch keine Niederlage eingestehen. Das reiche Volk lebte mit Schwarzmarkt je nach Vermögen.

Der bayrische König Luwig III. hatte der königlich-bayrischen SPD am Vormittag noch eine parlamentarische Reform zugesagt, und diese wollte die Demonstration zum Friedensengel führen und dort auflösen. Das tat sie denn auch, und der SPD-Vorsitzende Erhard Auer meinte, er könnte zufrieden sein.

Inzwischen gab es aber auch schon andere Vorbereitungen:

In den Kasernen waren die Nachrichten von den aufständischen Matrosen in Kiel angekommen, und die vorbereiteten Soldatenräte klärten, dass wohl niemand mehr den König verteidigen würde.

Dieser erfuhr wohl davon und machte sich etwas überstürzt auf die Flucht ins Chiemgau, und dann ins Salzburgerische, so dass der Weg frei war für Freistaat, Republik oder Volksstaat Bayern, wie er in den Diskussionen genannt wurde.

Kurt Eisner war seit 30.Oktober 1918 frei

nach dem er - wie viele USPD-Mitglieder Monate lang nach den Rüstungsarbeiter-Streiks im Januar 1918 in Untersuchungshaft im Gefängnis Neudeck eingesperrt war - er wurde von der USPD als Kandidat für die Reichstags-Nachwahl des Sitzes von Ritter von Vollmar aufgestellt, und damals war nur zwei Wochen Wahlkampf üblich.

Sonja Lerch war zuerst am 2. Februar 1918 verhaftet und ins Gefängnis Neudeck gebracht worden, wurde dann aber nach Stadelheim hinaus verlegt, litt über Wochen an Zahnschmerzen und wurde ewig nicht behandelt.

Am Karfreitag waren im polnischen Raum (Polen durfte in der Zeit diplomatisch nicht erwähnt werden, es stand unter zaristischer Verwaltung) oft Pogrome ...

Steckbriefe: Kurt Eisner und Genossinnen

Steckbriefe der Rüstungs-Streikenden

Steckbriefe sind hier eher Polizei-Protokolle und Bilder der „Rädelsführenden“ der RüstungsarbeiterInnen-Streiks in München im Januar 1918, während auch in Berlin, Nürnberg und Wien viele Tausende streikten, für Frieden und Verhandlungen. Am Ende stehen Verhaftungen … Während im Landtag am 7. … Steckbriefe: Kurt Eisner und Genossinnen

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Der kurze Traum vom Frieden: Buchvorstellung

Zur Buchvorstellung „Der kurze Traum vom Frieden“ kamen am 29. Januar ins DGB-Haus etwa 150 Leute. Günther Gerstenberg las zwei Kapitel aus dem Buch vor und wurde gefragt, warum er sich denn eigentlich mit diesen verstaubten Sachen beschäftigen würde. Er … Der kurze Traum vom Frieden: Buchvorstellung

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Rotes Bayern

Rotes Bayern Hörbuch

Das neue Hörbuch zur bayrischen Geschichte von den Wellbappn erklärt die Hintergründe, die uns die Geschichts-Lehrenden so nicht vermittelt haben.

Die bayrische Geschichte wurde uns immer mit einem anmaßenden königlichen Pathos verabreicht, das die Verbeugung vor dem Adel im Staatsfunk immer noch trägt: Von oben herab.

www.deutschlandfunkkultur.de/hoerspiel-von-hans-well-rotes-bayern

Rotes Bayern?

Napoleon hatte sich bei den bairischen Herzogen mit der Königskrone und etlichen „Zusammenlegungen“ für die Waffenhilfe gegen Preußen und Österreich bedankt. Franken und Schwaben, die Oberpfalz … Erich Mühsam und Ernst Toller 2015 am Jakobsplatz

Der Dank hielt nicht lange, und spätestens mit dem 1870er Krieg, der tatsächlich in einem halben Jahr die französischen Schätze in Franzosenviertel, Friedensengel und Isar-Verbauung verwandelte … „unsere“ Fürsten hatten immer andere Ideen, „ihre“ Untertanen lukrativ einzusetzen.

Dass wir freie Bürger wären, wer hat das Gefühl im sklaventreibenden Kapitalismus? Die Zwänge wurden andere, aber was ist die Freiheit, die damals errungen wurde, im heutigen Blick? Was ist die Gleichheit, die Geleichberchtigung der Frauen wirklich geworden? Das Recht auf Bildung eine Schulpflicht?

Rotes Bayern!

Hans Well, langjähriger Texter und Teil der Biermösl Blosn, hat nun das Hörbuch „Das rote Bayern“ mit Familien und Freunden herausgebracht. Es erzählt vom Sturz der dortigen Monarchie 1918. Die Musik bleibt mit Gstanzln, Dreigesang und Blasmusik den Tugenden von Bayerns wohl populärstem Musikkabarett treu, schreibt www.deutschlandfunkkultur.de/hoerspiel-von-hans-well-rotes-bayern.

Kurz vor den Wahlen in Bayern, die endlich die arrogante CSU auf ein demokratisches Maß zurückführen, das sie in ihren göttlichen und monarchischen Allüren verloren hatte, neben dem Wieder-erwachen der rassistischen und nationalistischen Kräfte in verwirrten Köpfen.

Angst war immer ein schlechter Ratgeber, aber fragt in der Situation schon: „Alle“ verlieren ihre Sicherheiten an die Konzerne, liefern ihr Geld an Aldi oder Lidl und Edeka oder Rewe, je nach persönlichem Niveau, arbeiten nach Vorschrift, so fern sie dürfen … und nur wenige Besitzende oder Kindern von Besitzenden erlauben sich kreative Freiheiten. Rotes BayernKurt Eisner und Gustav Landauer20150711-Jakobsplatz

scheint ein wenig wie eine seltsame Illusion: Während die königlich bayrische Sozialdemokratie in der letzten Kaiserzeit mehr als 50% in den Wahlen geschafft hatte, hängt sie jetzt nach den Bundes-Seehofereien und ihrer Nibelungentreue zum Kapitalismus und zur Kanzlerin bei 12% … hierzulande. Da werden die bayrischen Kommunisten, jahrzehntelang diffamiert und peinlich verschwiegen, verfolgt und doch ganz gut aufklärerisch zwischen Kriegsdienstverweigerung und Gewerkschaften überlebend, noch etwas mehr auf die Straße bringen. Rotes München?

170 Partner – von lokalen Geschichtsinitiativen, Bezirksausschüssen und Stadtteilkulturzentren, Museen und Archiven, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und Parteistiftungen über Kirchengemeinden, die evangelische Stadtakademie und die Hochschule der Jesuiten bis hin zu Amerikahaus, Istituto Italiano di Cultura und Institut français München – beteiligen sich mit über 330 Beiträgen an einem sechsmonatigen vielgestaltigen öffentlichen Diskurs, in dessen Mittelpunkt die Frage nach der Demokratie steht. Für Münchens Stadtgesellschaft ist das ein gutes und wichtiges Zeichen. Ab 10. Oktober gibt es das Programmheft des Kulturreferates. Schwarzes Bayern

Die stärkste Wandlung haben seit der Vorkriegszeit die Kirchen durchgemacht: Von Steigbügel-Haltern wie Kardinal Faulhaber, einem der schlimmsten Antisemiten und Demokratie-Feinde und den Deutschen Christen, den evangelikalen Nazis, die damal vorne dran waren, bald frisch ausgestattet mit einem lukrativen Konkordat, das ihnen staatliche Bischofs-Einkommen und Finanzierung der Religions-Unterrichte etc. sichert … und zum fast flächendeckenden Schweigen zu Euthanasie und Judenverfolgung und Ausrottung führte …

… und nun für Menschenrechte, gegen Rassismus und die Abschiebe-Politik der CSU auf den Straßen, in den Ämtern, die von geheimen Weisungen aus dem Innenministerium flüstern, warum sie keine Ausbildungs- und Arbeits-Erlaubnis für Geduldete ausstellen können. (Was nur Feigheit vor dem Chef ist, denn jeder Entscheidende hat einen Ermessens-Spielraum, der nutzbar ist, wenn Angestellte will). Braunes Bayern

Ja, es hat immer existiert, nicht nur in den schönsten oberbayrischen Gütern, die sich die Nazis unter den Nagel gerissen haben, und rund um den Chiemsee bis hin zur Alpenfestung …

aus der Schweiz, die früher vom Monte Verità bis zu Anachisten- und Sozialisten-Kongrassen ein Hort der Freiheit schien, schwappt auch Geld für die AfD … https://www.pressenza.com/de/2018/09/schweiz-geburtsland-des-europaeischen-rechtspopulismus

Mit Bildern: http://raete-muenchen.de/rotes-bayern

Revolutionswerkstatt2 - Kurt Eisner -